Die Feuerwehr Alsdorf wurde heute um 12:38 zu einem Wohnungsbrand mit Menschenleben in Gefahr auf dem Oidtweilerweg alarmiert. Da sich das Meldebild durch verschiedene Anrufe als hoch dramatisch darstellte wurde bereits wenige Minuten später  ein Vollalarm für die Feuerwehr Alsdorf ausgerufen.

Bei Eintreffen der Feuerwehr bestätigte sich die Meldung. Zwei Personen waren noch vermisst. Der Straßenzug war durch die erhebliche Rauchentwickelung kombiniert mit dem heftigen Wind in Rauch gehüllt. Die betroffene Dachgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses stand in Vollbrand und die Fenster der Brandwohnung waren durch die enorme Hitzeentwicklung geplatzt. Aus der Dachhaut drangen Flammen und Brandrauch.

Als erste Maßnahme wurde eine Menschenrettung durch Angriffstrupps unter Atemschutz durchgeführt. Eine erste Person konnte nach kurzer Zeit gerettet werden. Die Rettung der zweiten Person war nicht mehr über das Treppenhaus möglich. Diese musste über die Drehleiter aus einer Wohnung im ersten Stock in die sie geführt werden musste gerettet werden. Der Grund für dieses Vorgehen war, dass die Hitze und Rauchentwickelung zu stark waren. Ins besondere die Rauchentwickelung ist hierbei problematisch, weil in der Umgebung genug Sauerstoff vorhanden sein muss. Auch die Fluchthaube kann hier im Normalfall nicht helfen, weil diese nur gegen Atemgifte der Kategorien 2 und 3 (Ätzend und Wirkung auf Zellen/Blut)  wirksam ist, Brandrauch enthält jedoch auch weniger Sauerstoff als die Umgebungsluft. Die Hitze ist ebenfalls problematisch, weil zu rettende Zivilpersonen nicht die selbe Schutzkleidung wie Feuerwehrleute tragen.

Die beiden geretteten Personen wurden wie eine weitere Person die sich durch das Treppenhaus gerettet hatte wurden durch den Rettungsdienst und den Leitenden Notarzt (LNA) Nord gesichtet und anschließend mit Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert. Der Rettungsdienst war mit 4 RTW, einem NEF dem LNA Nord und dem Rettungshaubschrauber Christoph Europa 1 vor Ort. Einer der RTW ist war wegen des Einsatzes von Feuerwehrleuten unter Atemschutz zur Absicherung notwendig notwendig.

Nachdem die umliegenden Bereiche auf weitere Personen hin kontrolliert, da sich hier keine Feststellungen von Personen ergaben lag der Fokus auf der Brandbekämpfung. Diese wurde in drei Abschnitte aufgeteilt. Eine Warnung der Bevölkerung unter anderem über die Warnapp NINA des BBK wurde etwa zeitgleich eingeleitet.

Der erste Abschnitt war die Bekämpfung des eigentlichen Wohnungsbrandes. Diese konnte jedoch wegen der Starken Hitze und Rauchentwickelung nicht über den Treppenraum erfolgen. Im Haus wurde lediglich eine Riegelstellung aufgebaut. Der Löschangriff wurde über die Drehleiter vorgetragen. Eine zweite Drehleiter wurde über die überörtliche Drehleiterbereitschaft der Städteregion Aachen von der Feuerwehr Herzogenrath angefordert. Die Brandbekämpfung wurde über die beiden Drehleiter mittels der installierten Wenderohre (Wasserwerfer die am Korb der Drehleiter befestigt sind) durchgeführt. Ebenfalls wurde im Garten ein Außenangriff durchgeführt.Die Brandbekämpfung wurde durch die Photovoltaikanlage erschwert. Diese stellen durch die Gefahr des Lichtbogens eine erhebliche Gefahr für die Einsatzkräfte dar.

In einem zweiten Abschnitt wurde eine zusätzliche Riegelstellung im benachbarten Dachstuhl aufgebaut. Diese konnten ausgerüstet mit Wärmebildkameras und Strahlrohren eine weitere Brandausbreitung ausschließen.

Ebenfalls wurde die Notfallseelsorge Aachen zur Betreuung der nicht verletzten Hausbewohner alarmiert. Diese können wegen der erheblichen Schäden durch Rauch und Hitze vorerst nicht zurück in ihre Wohnungen und kamen nach Absprache mit dem Bereitschaftsdienst der Stadt bei Verwandten und Freunden unter.

Die Alsdorfer Feuerwehr erhielt aufgrund des hohen Bedarfs an Personal und Gerät überörtliche Hilfeleistung aus Baesweiler, Herzogenrath und Würselen. Hierzu zälten neben der bereits genannten Herzogenrather Drehleiter auch weitere Löschfahrzeuge zur Sicherstellung des Grundschutzes auf der Hauptwache und der Gerätewagen Atemschutz der Städteregion. Dessen Einsatz war wegen des hohen Bedarfs an Atemschutzgeräten unumgänglich.

Die Einsatztelle wurde an die Kriminalpolizei zur Brandursachenermittelung übergeben. Bis 18:30 war eine Einheit der Feuerwehr Alsdort als Brandsicherheitswache vor Ort.

Die NINA-Warnung wurde um 14:38 aufgehoben.

Insgesamt waren 87 Kräfte im Einsatz.

Bei dem Einsatz zeigte sich die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Die Einsatzkräfte wurden durch Anwohner mit Getränken versorgt, den betroffenen wurden Schlafstellen angeboten.

Die Feuerwehren raten dazu, falls Sie sich in der schrecklichen Lage befinden, dass es brennt und der Flur oder das Treppenhaus verraucht sind nicht diesen Weg zu nehmen. Brandrauch enthält neben Kohlenstoffdioxid auch Reizgase, das hochgiftige Kohlenstoffmonoxid und Blausäureverbindungen, ebeenfalls sind Sauerstofffverdrängende Stoffe und Ätzstoffe enthalten. Schon zwei Atemzüge können Sie töten! Legen sie nasse Handtücher vor die Tür und gehen  Sie an ein geöffnetes Fenster, am besten zur Straße hin, am besten rufen Sie dass bei der Feuerwehr unter der 112 an und teilen der Leitstelle mit, dass es brennt und wo genau Sie sind beachten Sie Anweisungen des Leitstellendisponenten.

Redaktion: Leo Schmelcher

Bild: Feuerwehr Alsdorf

 

 

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