Laut Statistiken der DLRG stieg die Quote der Nichtschwimmerinnen und  Nichtschwimmer in der Altersgruppe von sechs und zehn Jahren im Zeitraum von 2017 bis 2022 verdoppelt. Im Jahr 2017 betrug die Quote laut einer durch die DLRG in Auftrag gegebenen forsa-Umfrage 10%, 2022 bereits 20%. Für diese Umfrage wurden Eltern befragt, was diese jedoch den subjektiven Einschätzungen der Eltern unterwirft.

Mit 57 Prozent ist die Zahl der Kinder, die von ihren Eltern als sichere Schwimmer eingestuft werden, in etwa gleichgeblieben (2017: 59%). Diese Einschätzung fällt vielen Eltern jedoch schwer. „Mütter und Väter sind noch allzu oft der Meinung, ihr Kind kann schwimmen, wenn es das Seepferdchen hat“, weiß der Leiter Ausbildung im DLRG Präsidium, Christian Landsberg. „Da sind sie jedoch auf dem Holzweg. Das Seepferdchen bescheinigt das Beherrschen von wichtigen Grundlagen.Die Prüfungsbedingungen betragen einen Sprung  aus einem Meter Höhe und anschließend 25 Meter Schwimmen, die Kenntnis von Baderegeln sowie das Heraufholen eines Gegenstandes aus schultertiefen Wasser (bezieht sich auf den Prüfling). Sicher schwimmen kann erst, wer den Freischwimmer, also das Schwimmabzeichen Bronze, abgelegt hat“, so Landsberg weiter. Trotzdem lassen viele Eltern ihre Kinder die gerade erst das Seepferdchen absolviert haben alleine in Schwimmbädern und Badegewässern schwimmen.

Die DLRG gehe anhand der Angaben zu den abgelegten Schwimmabzeichen eher davon aus, dass derzeit sechs von zehn Kindern am Ende der Grundschule (58%) keine sicheren Schwimmer sind.Die DLRG kommt anhand der abgelegten Schwimmabzeichen zu anderen Zahlen. Laut diesen sind derzeit sechs von zehn Kindern am Ende der Grundschule (58%) keine sicheren Schwimmer.

Die Hälfte der 2.000 Befragten ab 14 Jahren gab an, selbst gut oder sehr gut schwimmen zu können. Einen nennenswerten Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt es nicht. Von den Personen mit einem Hauptschulabschluss beurteilten sich nur 35 Prozent als gute Schwimmer (Abiturienten: 54%), von den Menschen mit Migrationshintergrund 38 Prozent (ohne: 52%). Und auch Menschen über 60 Jahre sind durchschnittlich weniger sicher im Wasser (37% gute Schwimmer). Die Befragung zeigte zudem, dass Ältere, Menschen mit Migrationshintergrund und Personen mit geringerer formaler Bildung auch erst später schwimmen lernen.

Laut der Erhebung beurteilten sich nur 35 Prozent der Personen mit einem Hauptschulabschluss als gute Schwimmer (Abiturienten: 54%), von den Menschen mit Migrationshintergrund 38 Prozent (ohne: 52%). Und auch Menschen über 60 Jahre sind durchschnittlich weniger sicher im Wasser (37% gute Schwimmer). 

Eine Grundvoraussetzung für die Schwimmausbildung ist das Vorhandensein von Schwimmbädern. Immerhin 87 Prozent der Befragten haben ein Schwimmbad in der näheren Umgebung, das gut zu erreichen sei. Im Jahr 2017 waren es 92 Prozent. Bei Menschen aus Orten unter 5.000 Einwohnern ist der Wert von 90 auf 78 Prozent gesunken. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Trend bei der Bäderversorgung weiter in die falsche Richtung läuft“, sagt DLRG Chefin Ute Vogt und fordert: „Bund, Länder und Kommunen müssen nun endlich an einem Runden Tisch zusammenkommen.“ Dieser sollte eine bundesweite Bedarfsanalyse auf den Weg bringen, mit der die Grundlage geschaffen wird, um später die Mängel in der Bäderinfrastruktur systematisch zu beheben.

Die tragischen Konsequenzen zeigten sich beispielsweise am Eiserbachsee, wo im vergangenen Sommer 3 Jungen ertranken und ein weiterer nur knapp mit dem Leben davon kam.

Redaktion: Leo M. Schmelcher

Bild: DLRG-Bundesverband

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