Die Tat in Herzogenrath war schrecklich.

Aber eine schreckliche Tat im Wahlkampf zu benutzen ist nicht ethisch. Dieses Ausnutzen fremden Leides durch Politiker ist auch nicht mit dem christlichen Menschenbild vereinbar, welches im Namen der CDU bereits stark unterstrichen wird.

Trotzdem tat Herr Innenminister Reul genau das. Nach der Tat wurde der Einsatz zunächst einmal in einer ungewöhnlichen Art und Weise „aufgebauscht“. Unter anderem wurde ein Zug der Bereitschaftspolizei alarmiert und traf nach der Festnahme des Täters ein.

Die Reaktion des Herrn Reul ging jedoch noch weiter. Die gute Medienarbeit der Polizei Aachen wurde unterbunden. Auch von Seiten der Kölner Polizei war keine Auskunft zu erhalten, da die Zuständigkeit angeblich ungeklärt war. Wenig später kam es zu einer Pressekonferenz des Innenministers. Bei dieser wurde ein angeblicher „Islamismusverdacht“ geäußert. Dieser wurde mehr oder weniger an den Haaren herbei gezogen anhand dessen, dass der Beschuldigte sich als Asylbewerber isoliert hatte und sich einen Bart hatte wachsen lassen. Deshalb war er 2017 kurzzeitig als islamistischer Prüffall eingestuft war.

Insbesondere der Innenminister sollte wissen, dass ein Prüffall bedeutet, dass man Überprüft ob der Mensch sich radikalisiert oder nicht. Wenn sich dieser Verdacht nicht erhärtet wird die  Einstufung zurückgenommen. Es scheint deshalb so, dass dieser Vorfall dem Herrn Minister gerade recht kam um sich am letzten Tag des Wahlkampfes noch einmal als „der Mann für Sicherheit darzustellen“.

Für  den Wahlkampf war dies taktisch sinnvoll aber es geht hier um Menschen. Es geht hier darum des Presseauskünfte verhindert wurden um den eigenen „Affenzirkus“ vorspielen zu können. Und dies wirkte. Herr Reul sollte sich seiner Verantwortung bewusst werden. Sein Eid lautete nicht auf den Vorsprung der CDU sondern auf das Wohl der Bürger von Nordrhein-Westfalen. Ebenfalls sollte man sich  im Innenministerium des Gesunden Menschenverstandes bedienen. Ein Islamist in Badehose ist eher  selten. Badehosen stehen für solche Personen für die Kultur der Gotteslästerer.

Das alles erhärtet meiner Meinung nach den Verdacht, dass sowohl die Größe des Einsatzes als auch die Kommunikationsstrategie aus dem Innenministerium heraus befohlen wurden. Der Grund hierfür dürfte weniger in der Sicherheit der Bevölkerung als in der Chance auf ein paar zusätzliche Stimmen gelegen haben.

Ich appelliere an alle Politikerinnen und Politiker: Nutzen Sie keine Unglücksfälle in derartiger Weise für Ihren Wahlkampf!

Leo Maximilian Schmelcher (Redaktionsleiter)

 

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