Das Orkantief „Zeynep“ hinterließ weitaus mehr Schäden als das Sturmtief „Ylenia. In diesem Bericht sind die wichtigsten Einsätze zusammengefasst aus der Städteregion Aachen.

Würselen:

Würselen. Reichlich Arbeit bereitete das Sturmtief „Zeynep“ auch der Würselener Feuerwehr am Freitag. Um 15.20 Uhr gab es den ersten Unwettereinsatz in der Johannes-Rau-Straße. Dort wurden durch die Kräfte der Feuerwache lose Teile einer Garage entfernt. Da weitere Einsätze zu erwarten waren, wurden kurze Zeit später die ehrenamtlichen Löschzüge Bardenberg, Broichweiden und Würselen-Mitte in ihre Unterkünfte alarmiert, wo sie sich zunächst einem Corona-Schnelltest unterzogen. Auf der Feuerwache in der Industriestraße erfasste die Führungsgruppe zunächst die von der Leitstelle in Aachen angenommenen Einsätze. Diese wurden danach unverzüglich an die „Meldeköpfe“ in den Gerätehäusern übermittelt. Gegen 17,30 Uhr erhöhte sich das Einsatzaufkommen, sodass alle ehrenamtlichen Einheiten ausrückten, während die hauptamtlichen Kräfte für weitere Schadensereignisse bereitstanden. Überwiegend galt es im gesamten Stadtgebiet abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume mittels Kettensägen zu zerkleinern und zu entfernen. Aber auch herabgefallene Dachziegel wurden entfernt und die Gefahrenstellen abgesichert. Größere Schäden waren glücklicherweise nicht zu beklagen. Niemand wurde verletzt. Gegen 21.00 Uhr nahmen mit der Intensität der Sturmböen auch die Notrufmeldungen ab, sodass die Bereitschaft der Löschzüge um 22.00 Uhr aufgehoben werden konnte. Insgesamt bilanzierte Wehrleiter Patrick Ameri am Ende des Tages 21 sturmbedingte Einsätze, die von 86 Kräften abgearbeitet wurden. Die Versorgung der Wehrleute übernahmen die Unterstützungseinheiten der Löschzüge.

Auch am Samstag waren die Kräfte der Feuerwache mit der Beseitigung weiterer Sturmschäden insgesamt fünf Mal gefordert.

Ein umgestürzter Baum wird in der Lindener Straße entfernt.

Alsdorf:

Gegen 15:00 Uhr erhielten wir die ersten Notrufe aus unserem Stadtgebiet. Ein umgestürzter Baum auf der Eschweilerstraße, ein weiterer auf der Aachener Straße und umherfliegende Verkehrsschilder, Mülltonnen und Bauzäune. Das Lagezentrum auf der Feuer- und Rettungswache wurde aktiviert sowie besetzt und übernahm fortan die eigenständige Koordination der Einsatzstellen für Alsdorf.

Gegen 18:00 Uhr gingen im Minutentakt immer mehr Notrufe ein, sodass kurz darauf Vollalarm für die Freiwillige Feuerwehr Alsdorf ausgelöst. Alle verfügbaren Einsatzkräfte sollten die Wache und die Feuerwehr Gerätehäuser in Bettendorf und Hoengen besetzten.

Wie bereits in den Vorabwarnungen kommuniziert, trafen Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten bis zum 120 km/h auf unsere Stadt, die in Summe zu 22 unwetterbedingten Einsatzlagen führten. Weitere neun Einsätze sonstiger Art, darunter beispielsweise vier Ölspuren, wurden parallel abgearbeitet.

Zwischenzeitlich mussten immer wieder ganze Straßenzüge voll gesperrt werden, da ganze Bäume den kraftvollen Orkanböen nachgegeben hatten. Für unsere Einsatzkräfte bedeutete dies besondere Vorsicht im Einsatz, da jederzeit mit weiteren Gefahren an der Einsatzstelle zu rechnen war. Rund 65 Einsatzkräfte waren zwischenzeitlich parallel im Einsatz. Unterstützung erhielten wir vom Alsdorfer Ordnungsamt und dem städtischen Eigenbetrieb „Technischer Dienst“.

Auf der Landstraße 109 ereignete sich am späten Abend ein schwerer Unfall. Auf dem Weg von Bettendorf in Fahrtrichtung Alsdorf übersah ein Autofahrer einen querliegenden großen Ast mittig auf der Fahrbahn. Der Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und kollidierte frontal. Geistesgegenwärtig duckte er sich in seinem Auto, dessen Dach und Frontscheibe bei der Kollision zusammengedrückt wurden. Das stark beschädigte Fahrzeug kam auf der anderen Seite des Baumes zum Stehen. Glücklicherweise blieb es bei leichten Verletzungen. Die Polizei hat die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen. Die L109 blieb für die Dauer der Einsatzmaßnahmen komplett gesperrt.

In der Broicher Siedlung deckten die Orkanböen im Laufe des Abends teile eines Dachs ab, die im rückwärtigen Bereich des Einfamilienhauses zu Folgeschäden führten. Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und DRK eilten zur Einsatzstelle. 25 Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks der Ortsverbände Alsdorf, Eschweiler und Stolberg waren in diesen Einsatz eingebunden, darunter die Gruppen Notversorgung & Instandsetzung, Infrastruktur und Bergung. Mittels eines Teleskopladers mit Mannkorb aus Eschweiler und der Alsdorfer Drehleiter wurde das Flachdach mit Planen und Sandsäcken gesichert und wetterfest gemacht. Der DRK Ortsverein Alsdorf kümmerte sich um die Verpflegung der Rettungskräfte während des mehrstündigen Einsatzes. Auch Bürgermeister Alfred Sonders besuchte die Einsatzstelle, um sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen. Der aufwändige Einsatz dauerte bis in die Nacht hinein und wurde am Samstagmorgen mit weiteren Absicherungsmaßnahmen, die bis zum Nachmittag andauerten, fortgesetzt.

Monschau:

Das zweite Sturmtief in wenigen Tagen, verlief auch recht ruhig für uns. Wir wurden insgesamt dreimal alarmiert.

Der erste Einsatz kam um 21 Uhr. Gemeldet war eine Baustellentoilette auf der Walter Scheibler Straße. Die Besatzung des HLF zog die Toilette von der Straße in einen windgeschützten Bereich.

10 Minuten später wurde das TLF in die Eschbachstraße alarmiert. Dort lag eine herausgebrochene Spitze einer Fichte an der Straßenseite im Bachlauf. Um schnell aus dem Gefahrenbereich wieder raus zu kommen, wurden lediglich die in die Straße ragenden Äste mittels Kettensäge abgeschnitten und von der Straße geräumt.

Am Samstag Morgen gegen 8:30 Uhr wurden wir erneut zu dem Baum in der Eschbachstraße alarmiert. Diesmal konnten wir den Baum zerteilen, da der Sturm vorbei war. Der Bauhof unterstützte mit einem Traktor und hob den zerteilten Baum aus dem Bachlauf. Restliche Äste wurden von der Straße und aus dem Bachlauf entfernt. Weiter unten im Eschbach, haben wir an einer Unterführung weitere Äste aus dem Bach geholt um eine Rückstauen zu verhindern. Auf dem Rückweg fiel uns noch ein weiterer Baum am Straßenrand der Alten Monschauer Straße auf. Diesen haben wir dann noch von der Straße gezogen.

Der kursive Text ist original aus den Pressemitteilungen der jeweiligen Behörden entnommen.

Quelle: Feuerwehr Monschau LZ Altstadt/ Pressesprecher Feuerwehr Würselen / Pressesprecher Feuerwehr Alsdorf

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